Google Search Console: Social- und Videoplattformen jetzt als eigene Property-Typen
Google führt mit den sogenannten 'Platform Properties' einen neuen Property-Typ in der Search Console ein, der es Content-Erstellern ermöglicht, die Sichtbarkeit ihrer Inhalte auf Instagram, TikTok, X und YouTube direkt in Google Search und Discover zu verfolgen. Auch Ersteller ohne eigene Website profitieren von dieser konsolidierten Sicht auf ihre organische Reichweite. Das Update markiert eine bedeutende Erweiterung des klassischen SEO-Monitorings hin zu einem plattformübergreifenden Ansatz.
Kernpunkte
- Google stellt mit den 'Platform Properties' einen neuen Property-Typ in der Search Console bereit, der speziell für Inhalte auf sozialen Plattformen und Videodiensten konzipiert ist.
- Die unterstützten Plattformen umfassen zum Launch Instagram, TikTok, X (ehemals Twitter) und YouTube, wobei die Verfügbarkeit schrittweise über die kommenden Wochen ausgerollt wird.
- Der Performance-Bericht zeigt Gesamtklicks, Impressionen und weitere Metriken, die nach einzelnen Beiträgen und Suchanfragen gefiltert und exportiert werden können.
- Der Insights-Bericht liefert eine übergeordnete Übersicht über aktuelle Traffic-Trends, die leistungsstärksten Beiträge und die Art und Weise, wie Nutzer den jeweiligen Account über Google entdecken.
- Ein Achievements-Bereich ermöglicht es, Wachstumsmeilensteine zu verfolgen, etwa das Erreichen eines neuen Schwellenwerts bei den Gesamtklicks aus Google Search innerhalb der letzten 28 Tage.
- Die Einrichtung einer Platform Property erfordert eine plattformspezifische Verifizierung über einen sicheren Autorisierungsprozess, der direkt in der Search Console abgewickelt wird.
Analyse
Google reagiert mit diesem Update auf das veränderte Suchverhalten der Nutzer, die zunehmend nach authentischen Ersthandperspektiven und alternativen Inhaltsformaten suchen. Kurzvideos, Social-Posts und nutzergenerierte Inhalte erscheinen bereits seit geraumer Zeit prominent in den Google-Suchergebnissen und in Discover. Bisher fehlte jedoch ein offizielles, natives Werkzeug, um diese Sichtbarkeit systematisch zu messen und zu analysieren.
Die Einführung von Platform Properties demokratisiert den Zugang zu SEO-Daten erheblich. Content-Ersteller, die ausschließlich auf sozialen Plattformen aktiv sind und keine eigene Website betreiben, erhalten erstmals einen strukturierten Einblick, welche ihrer Inhalte in der Google-Suche oder in Discover gefunden werden. Dies stellt einen Paradigmenwechsel dar, da SEO-Monitoring bislang zwingend eine eigene Domain voraussetzte.
Für Agenturen entsteht eine neue Dimension im Reporting. Kunden, die sowohl eine Website als auch aktive Social-Media-Kanäle unterhalten, können künftig eine konsolidierte Sicht auf ihre gesamte organische Google-Präsenz erhalten. Das erlaubt eine fundiertere Einschätzung, welche Inhaltstypen und Plattformen den meisten organischen Traffic über Google generieren, und hilft dabei, Budgets und Ressourcen gezielter einzusetzen.
Die Möglichkeit, Daten zu exportieren, ist für professionelle Nutzer besonders relevant. Teams, die ihre Performance-Analyse in eigene Dashboards oder externe Reporting-Systeme integrieren möchten, können die Rohdaten aus Search Console direkt weiterverarbeiten. Dies schafft eine standardisierte Datenbasis für kanalübergreifende Analysen.
Das schrittweise Rollout über die kommenden Wochen bedeutet, dass nicht alle Nutzer sofort Zugang erhalten. Agenturen sollten proaktiv prüfen, wann die Funktion für ihre Accounts verfügbar wird, und die Einrichtung der Platform Properties frühzeitig planen, um historische Daten möglichst früh zu erfassen und Vergleichsperioden aufzubauen.
Was ist zu tun
- Prüfen Sie umgehend in der Google Search Console, ob die Platform Properties für Ihre Accounts bereits verfügbar sind, und richten Sie die Verbindung zu den relevanten Plattformen (Instagram, TikTok, X, YouTube) ein, sobald der Rollout Ihren Account erreicht.
- Definieren Sie bereits jetzt, welche Metriken (Klicks, Impressionen, Top-Queries) für Ihre Kunden und internen Berichte relevant sind, damit Sie die Berichte direkt strukturiert auswerten können, sobald die Daten einfließen.
- Nutzen Sie die Export-Funktion des Performance-Berichts, um die Social-Daten aus Search Console in bestehende Reporting-Dashboards zu integrieren und eine kanalübergreifende Sicht auf die organische Sichtbarkeit zu schaffen.
- Analysieren Sie mithilfe des Insights-Berichts, welche Arten von Beiträgen auf den jeweiligen Plattformen den meisten Traffic über Google generieren, und leiten Sie daraus konkrete Empfehlungen für die Content-Strategie ab.
- Informieren Sie Kunden ohne eigene Website über diese neue Möglichkeit, da sie nun erstmals vollwertige SEO-Daten zu ihren Social-Media-Inhalten erhalten können, was neue Beratungsangebote und Service-Pakete ermöglicht.
- Verfolgen Sie die Achievements-Funktion als einfaches Instrument zur internen Erfolgskommunikation und nutzen Sie die 28-Tage-Klick-Schwellenwerte als Benchmark für regelmäßige Performance-Reviews mit Kunden.
Für Agenturen und Marketing-Verantwortliche bedeutet dies, dass die organische Performance von Social-Media-Inhalten erstmals direkt und offiziell über Google Search Console gemessen werden kann, was die Berichterstattung gegenüber Kunden erheblich vereinfacht. Die Sichtbarkeit von Kurzvideos, Reels und Posts in Google Search und Discover lässt sich nun mit denselben Metriken wie klassische Webseiten auswerten.